Allgemeines zur Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung der IHK für Fachinformatiker schließt die Ausbildung in den Bereichen Anwendungsentwicklung und Systemintegration ab. Sie besteht aus einem schriftlichen Teil und einer Projektarbeit. Jährlich werden zwei Abschlussprüfungen abgehalten, jeweils eine im Mai und im November ("Sommer- und Winterprüfung").

Ablauf

Der Ablauf der Prüfung an sich ist größtenteils überregional einheitlich in der Verordnung über die Berufsausbildung geregelt. Daneben existieren die Prüfungsordnungen der einzelnen IHKn, die sich unterscheiden können. Daher sollte zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung auch gehören, die aktuelle Prüfungsordnung der regional zuständigen IHK einzusehen.

Schriftliche Abschlussprüfung

Die schriftliche Abschlussprüfung besteht für beide Fachrichtungen aus drei Teilen.

Ganzheitliche Aufgabe 1: Hier unterscheiden sich die Aufgaben je nach Fachrichtung. Die insgesamt fünf Handlungsschritte (à 25 Punkte) sind hauptsächlich mit Freitext zu beantworten, aber auch Zeichnungen oder Berechnungen sind gefragt. Für die Erarbeitung der Lösungen stehen 90 Minuten Bearbeitungszeit zur Verfügung, in denen insgesamt 100 Punkte erzielt werden können. Ein Handlungsschritt kann nach Belieben gestrichen werden. Wurden alle Handlungsschritte bearbeitet, aber keiner vom Prüfling gestrichen, wird der letzte automatisch als solches angesehen. Dieser Prüfungsteil zählt zu 40% zur schriftlichen Note.

Ganzheitliche Aufgabe 2: Die GH2 prüft allgemeines IT-Wissen und ist für beide Fachrichtungen gleich. Wie bei der GH1 gilt es, fünf Handlungsschritte in 90 Minuten zu bearbeiten, von denen einer nach Belieben gestrichen werden kann. Ebenso können maximal 100 Punkte erzielt werden. Dieser Prüfungsteil zählt zu 40% zur schriftlichen Note.

WISO: Auch der Prüfungsteil "Wirtschafts- und Sozialkunde" ist für beide Fachrichtungen gleich. Er besteht hauptsächlich aus Multiple-Choice-Aufgaben und muss in 60 Minuten absolviert werden. Dieser Prüfungsteil zählt zu 20% zur schriftlichen Note.

Eine Übersicht der Prüfungsthemen in den Abschlussprüfungen für Fachinformatiker seit dem Jahr 2000 gibt es in unserem Infocenter unter dem Punkt Prüfungsthemen-Analyse.

Hilfsmittel

Als Hilfsmittel zur Prüfung ist seit der Somerprüfung 2013 nur noch ein Taschenrechner (nur GH1 und GH2) zugelassen. Das sog. Tabellenbuch oder auch IT-Handbuch darf in der Prüfung nicht mehr eingesetzt werden. Zur Vorbereitung auf die Prüfung kann es trotzdem hilfreich sein.

Ausschuss zur Aufgabenerstellung

Außer Baden-Württemberg nehmen alle Bundesländer an einem zentralen Prüfungsverfahren teil, bei dem ein ebenfalls zentraler Prüfungsausschuss bei der AkA Nürnberg die Aufgaben für die schriftliche Abschlussprüfung und eine Musterlösung vorlegt.

Mündliche Ergänzungsprüfung

Unter bestimmten Voraussetzungen hat ein Prüfling die Möglichkeit, eine mündliche Ergänzungsprüfung abzulegen. Diese Voraussetzungen sind:

  • In keiner Aufgabe wurden weniger als 30 Punkte erzielt.
  • Insgesamt wurden weniger als 49,5% erzielt.
  • Die Chance, die Prüfung noch zu bestehen, ist gegeben.

So besteht die Möglichkeit, die schriftliche Abschlussprüfung doch noch zu bestehen.

Projektarbeit

Die Projektarbeit als zweiter Teil der Abschlussprüfung wird oft auch als "mündlicher Teil" bezeichnet. Dies ist aber nur teilweise korrekt, denn neben der tatsächlich "mündlich" durchgeführten Präsentation und dem anschließenden Fachgespräch muss auch eine Projektdokumentation in Schriftform vorgelegt werden. Die Anforderungen in den beiden Fachrichtungen Anwendungsentwicklung und Systemintegration unterscheiden sich hierbei maßgeblich.

In der Fachrichtung Anwendungsentwicklung stehen insgesamt 70 Stunden für die Projektarbeit einschließlich der Dokumentation zur Verfügung. In der Fachrichtung Systemintegration sind es lediglich 35 Stunden.

Durch die Projektarbeit und anschließende Dokumentation belegt der Prüfling, dass er "Arbeitsabläufe und Teilaufgaben zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig planen und kundengerecht umsetzen sowie Dokumentationen kundengerecht anfertigen, zusammenstellen und modifizieren kann." (Auszug aus der Berufsverordnung für Fachinformatiker).

Schon im Vorfeld muss dem Prüfungsausschuss der sog. "Projektantrag" vorgelegt werden. Dieser muss die zu realisierende Aufgabe beschreiben und außerdem eine Zeitplanung beinhalten.

Die Note für die Projektarbeit setzt sich aus der Einzelnote, die für die Dokumentation erzielt wurde und der Note für die Projektpräsentation einschließlich Fachgespräch zu jeweils 50% zusammen.

Weiterführende Informationen findet jeder Interessierte im Infocenter unter den Punkten Projektantrag, Projektdokumentation und Projektpräsentation mit Fachgespräch.